White Nile- Uganda, gewaschen, SL14

Steckbrief

  • Produzent: Kawacom Paidha Sustainable Project
  • Inhaber: mehrere verschiedene Kleinbauern
  • Stadt: Northern Uganda District
  • Region: Westliche Nil-Region
  • Varietäten: SL14 und Catimor
  • Aufbereitung: gewaschen
  • Anbauhöhe: 1450-1800 m
  • Totale Größe der Farm: 16.519,97 ha
  • Totale mit Kaffee bepflanzte Fläche: 9.797,16 ha

Kaffee aus Uganda?

Für viele ist Uganda nicht das Land, das einem zuerst in den Sinn kommt, wenn man an hochwertige Arabica-Kaffees denkt: das Land ist traditionell

bekannt für Robusta. In vielen Regionen des Landes jedoch liegen die Herausforderungen eher im Bereich der Infrastruktur, der Geschichte und des verfügbaren Wissens als in den Umweltbedingungen. Eine der Regionen ist die West-Nil Unterregion (früher bekannt als Provinz) im weit im Nordwesten des Landes und in der Nähe zur Grenze zum Kongo. Diese Region und die Anbauhöhe von 1450-1800 Metern haben das Potential herausragende Kaffees hervorzubringen und dadurch die Leben der Farmer in der gesamten Region zu verändern.

Kawacom hat deren „White Nile Organic“-Projekt 1998 initiiert, um dieses Potential einzufangen.

Make it happen!

Das Projekt erhofft durch Maßnahmen in den folgenden Gebieten Uganda auf die Landkarte für Spezialitätenkaffees zu bringen:

  • Das Bewerben der Kultivierung von Arabica-Varietäten
  • Die Schulung von Farmern in landwirtschaftlichen Techniken
  • Das Zeigen von Praktiken, die der Wichtigkeit der Aktivitäten während und nach der Ernte Tribut zollen.
  • Die Errichtung zeitgemäßer und solider Aufbereitungsstationen

Es gibt bereits mehrere Erfolge: Im Jahre 2003 erhielt das Projekt die erste Bio-Zertifizierung, was über die Jahre UTZ und Rainforest-Alliance- Zertifizierungsprozesse angestoßen hat. Heute ist das Projekt aufgrund dieser Erfolge signifikant angewachsen und erreicht über 8000 Kleinbauern, von denen viele nicht nur höhere Preise für deren bessere Kaffees bekommen, sondern das Projekt nimmt auch an anderen Sozial- und Umweltprogrammen Teil. Zudem unterhält Kawacom ein eigenes Cash-Management-Programm.

Das White-Nile-Projekt erhält seinen Namen durch die berühmten Murchison Falls (Kalangala im lokalen Dialekt), die nur ein paar Kilometer entfernt liegen. An dieser Stelle presst sich der mächtige Nil durch einen sieben Meter breiten Felsabschnitt, wodurch der namensgebende weiße Schaum entsteht der sich in den Albert See ergießt.

Der Anbau

Kawacom hat gegenüber den Teilnehmern des Projekts Erneuerungsmaßnahmen beworben und jährlich 150.000 Setzlinge verteilt. Der Varietätenmix (darunter SL14) ist sorgfältig ausgesucht und an die klimatischen Bedingungen der Region angepasst, um eine hohe Qualität in der Tasse zu produzieren.

Die Hauptphase des Stutzens ist von Dezember bis Februar nach der Ernte. Dabei werden die trockenen, die unproduktiven und die kranken Äste entfernt. Auch das entfernen von alten unproduktiven Bäumen wird während dieser Phase gemacht und ist ein wichtiges Instrument zur Produktivitätssteigerung. Darüber hinaus werden während des gesamten Jahres andere Arten des Stutzens, die dabei helfen, produktive Äste zu selektieren, den Luftfluss zu verbessern und Krankheiten einzudämmen praktiziert.

Die Fruchtbarkeit der Böden wird durch das Austragen von kompostiertem Dünger sowie durch Gründüngung. Es werden keine synthetischen Dünger oder Pestizide benutzt. Um den Schaden durch Plagen zu kontrollieren werden Chilies, Holzasche (Die Potassium enthält), Ringelblumen und Tierurin benutzt.

Die Aufbereitung

Währen der Erntesaison werden die Farmer durch Kawacom dazu ermutigt, ihre Kaffees zu deren neuen modernen Aufbereitungsstation zu bringen anstatt sie selbst per Hand zu pulpen. Dies hat dem Projekt einen höheren Grad an Kontrolle über die Aufbereitung gegeben, die herausfordernd sein kann, da Regenfälle während der Ernteperiode üblich sind.

Der gesamte Kaffee wird sorgfältig handgepflückt und wird vond en individuellen Farmern zu einem der Sammelpunkte gebracht, von aus sie zum Entpulpen in die Zentrale Mill gebracht werden. Lots werden nach Unterregion und Höhe unterteilt. Die Mill verfügt über Pulper von Pinhalense. Nach dem Entpulpen wird die Mucilage, der an der Bohne klebende honigartige Schleim, mechanisch entfernt und das Parlament für 12 Stunden in Tanks mit Wasser getaucht. Die Trocknung erfolgt hauptsächlich in mechanischen Trocknern, da es oft zu Regenfällen kommt, was die Sonnentrocknung erschwert.

Soziale Projekte

Kawacom beschäftigt Sozialarbeiter, die konstant daran arbeiten, die Farmer für Themen wie Kinderarbeit, Gender-Angelegenheiten und HIV/Aids zu sensibilisieren sowie Wissen im Bereich Finanzen zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat das Projekt ein Trainingscenter errichtet, das die Farmer in Bereichen rund um gute landwirtschaftliche Praktiken sowie die Reaktion auf die Folgen des Klimawandels unterstützt. Außerdem unterhält Kawacom eine Gender und Jugend-Initiative, die unternehmerisches Training und Möglichkeiten für jugendliche bietet.

Manantiales – Kolumbien Geisha & Castillo

Wir haben gleich zwei Lots von der Farm Manantiales del Frontino im Valle del Cauca. Das erste ist eine Castillo-Varietät, der andere eine Geisha!!

Die Manantiales del Frontino-Farm

Die Farm Manantiales del Frontino liegt im Valle del Cauca in einer Höhe zwischen 1500 und 1950m. Deren lage und Höhe geben der Farm ein Mikroklima, das sich dadurch kennzeichnet, dass die Kaffeepflanzen keine direkte Sonn
abbekommen. Dies liegt daran, dass morgens Nebel am Hang liegt, und die Sonne nachmittags hinter einem Berg verschwindet. Diese speziellen Bedingungen helfen den Kaffeebohnen, langsam zu wachsen und möglichst süße Eigenschaften zu bekommen.

manantialesJorge Isaza und Maria Mercedes Grajales arbeiten seit mehr als 9 Jahren Hand in Hand mit der lokalen Gemeinde daran Jobs zu schaffen und die Arbeiter gleichzeitig auszubilden.

Ein Teil der
Farm ist ein naturbelassener Regenwald. Darin befinden sich 16 Quellen, was für einen konstanten Wasserfluss sorgt. Davon profitiert nicht nur die Farm, sondern auch die lokale Gemeinde. Alle beteiligten sind sich über den großen Wert dieser Quellen bewusst und tun ihr Möglichstes, um sie nicht zu zerstören.

Auf der Farm gibt es keine Monokulturen und die Kaffeepflanzen teilen sich den Platz mit verschiedenen anderen Bäumen und Ernten. Die Farm ist in Micro-Lots separiert, was eine genaue Rückverfolgbarkeit ermöglicht.

Und wir haben zwei dieser Lots:

1. Castillo

manantialesCastillo ist eine recht neue Varietät in Kolumbien und quasi die „Nachfolgevarietät“ von Caturra. Sie wurde gezüchtet, um der Ausbreitung von Blattrost Herr zu werden, was zu dramatischen Ernteausfällen seitens der Farmer führt.

Der Castillo ist ein eher klassischer Kaffee mit typischen Eigenschaften von Kolumbianischen Kaffees. Er ist gewaschen aufbereitet und dadurch sehr clean. Die Säure ist aber sehr im Rahmen und ausgewogen und das Aromenspektrum ist eher klassischer: süß, milchschokoladig.

manantiales
2. Geisha

Die Geisha ist eine Varietät, die in der Welt für Specialty Coffee für Furore sorgt. Ursprünglich wurde auf der Hacienda Esmeralda in einem abgelegenden Winkel der Farm „wiederentdeckt“. Nach einem Zeitalter der Industrialisierung und der Gleichmacherei von Kaffees waren es ein paar zurückgelassene andersartige Sträucher, die irgendwann separat probiert wurden. Das Tassenprofil war dramatisch anders im Vergleich zu dem, was die Farm sonst produzierte. manantialesSüßer, cleaner und mit bestimmten komplexen Aromen. Der Geisha-„Hype“ war geboren. Die Preise für diese Arten von Kaffees gingen durch die Decke.

Geishas nur ein Hype?

Wir haben uns lange schwer damit getan, auf diesen Zug aufzuspringen. Das Profil ähnelt äthiopien Kaffees, und die gibt es schon für einen Bruchteil des Preises. Außerdem sind Geishas wesentlich volatiler von der Qualität her. Manche sind wirklich phänomenal, andere wiederum eher langweilig. Inzwischen gibt es sehr viele Farmen, die diese Art von Bäumen pflanzen und so ist das Angebot an Geishas recht hoch aktuell und die Kaffees werden erschwinglicher. Diese Kaffees sind ein extrem schönes Beispiel für Kaffees, die ein Microlots aufgrund ihres Profils in der Tasse und ihrer Qualität einen hohen Preis erzielen und damit dem Farmer ein kostbares Gut in die Hand geben.

manantialesDadurch dass die Kaffees nur von einer Varietät sind, sind sie in der Regel aber uniformer, einheitlicher als äthiopische Kaffees. Deshalb rösten sie sich gleichmäßiger und sind dadurch ausgewogener und süßer.
Außerdem hat der Kaffee Flavour! Er riecht und schmeckt nach Jasmin, Zitrus und leicht beerig.

Informationen:

  • Farm: Manantiales del Frontino
  • Location: Valle del Cauca, Kolumbien
  • Anbauhöhe: 1.500 bis 1.950m
  • Inhaber und Partner: Jorge Isaza, Maria Mercedes Grajales
  • Varietäten: Geisha und Castillo
  • Aufbereitung: gewaschen
  • Flavour Castillo: Karamellig, würzig, milchschokolade
  • Flavor Geisha: floral, zitrus, sehr süß und komplex

Nano Chala – Äthiopien gewaschen

Wir haben einen neuen gewaschenen Kaffee aus Äthiopien und zwar den von der Nano Chala Aufbereitungsstation.

Dieser Kaffee ist für uns in jederlei Hinsicht besonders, denn nicht nur sind gewaschene Kaffees aus Äthiopien mit die wichtigsten Kaffees für uns, sondern Matthias war auch 2014 vor Ort und hat sich die Aufbereitungsstation angeschaut.

Außerdem ist der Kaffee von Nano Chala das Ergebnis einer Reihe von Bemühungen, die Qualität des Kaffees und damit die wirtschaftliche Grundlage der Kaffeefarmer nachhaltig zu verbessern.

Djimma – eine verlorene Region?

Der Kaffee kommt aus der Region Djimma, einer Region, aus der bisher eher die Typen Djimma Grade 5 bzw. auch Grade 4 kommen. Das Grading-System dient zur Klassifizierung äthiopischer Kaffees anhand ihrer Qualität. 4 und 5 ist eher sehr weit unten angesiedelt und für den Spazialitätenkaffeemarkt, also die Kientel, die rückverfolgbare und geschmacklich beachtenswerte Kaffees sucht, nicht interessant. Gleichzeitig sind genau das die Käufer, die Prämien zahlen und die Produktion lohnenswert machen. Gerade Low-End-Kaffees sind durch die Flut an schlechten Kaffees aus Vietnam und anderen Ländern, die ihre Produktion besser skalieren könnten, in Bedrängnis geraten. Die Folge ist, dass viele Farmer ihre Sträucher ausreißen und sich vom Kaffee abwenden.

Ausweg durch Kooperation und technologischen Fortschritt

Die NGO Technoserve, die von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziert wird, hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Aufbereitungsstationen für gewaschene Kaffees in Ostafrika zu bauen. Kurioserweise haben sie vor ca. 6 Jahren in Tansania angefangen, wovon übrigens auch Amkeni profitiert hat.

Technoserve ist vor allem in Westäthiopien aktiv und was sie dort vollbringen ist quasi eine Revolution! Dort wurden in den letzten Jahren neue Aufbereitungsstationen für gewaschene Kaffees eingerichtet und diese wurden wiederum jeweils mit einem sogenannten Eco-Pulper ausgestattet. Dieser wird von der kolumbianischen Firma Penagos hergestellt.

Im Vergleich zum herkömmlichen Pulper, also der Maschine, die das Fruchtfleisch von den Kaffeekirschen entfernt, entfernt dieser mechanisch 90% der Mucilage, der klebrigen Schicht um die Bohnen herum. Dadurch dauert die anschließende Fermentation nur 8 statt 48 oder gar 72 Stunden. Außerdem wird dramatisch viel weniger Wasser benötigt.

Diese Technologie ist auf sie viele Weisen hilfreich für die Farmer, und sie schafft es, eine ganze Region für den Spezialitätenkaffeemarkt zu Leben zu erwecken.

Konzentration einer Varietät: 1274

Typischerweise werden die Varietäten in Äthiopien als Local Heirloom angegeben. In Nano Chala wachsen auch diese verschiedenen indigenen Varietäten, allerdings wird in den letzen Jahren der Schwerpunkt auf den verbesserten Varietäten 1274 und 1272 gelegt. Das sind Züchtungen, die vom nationalen Forschungsinstitut kommen und verschiedene Vorteile haben. Es ist ein (notwendiger) Trend in den Anbauländern, dass dem Klimawandel Rechnung getragen wird und Varietäten gefunden werden, die unter anderen klimatischen Bedingungen gedeihen. Die höhere Uniformität trägt sicherlich auch dazu bei, dass sich der Kaffee gleichmäßiger rösten und brühen lässt und damit noch süßer ist.

Prepicking für noch mehr Süße!

Aber damit hört es nicht auf, denn die Farmer sind angehalten, besonders gleichmäßig zu pflücken und die Kirschen werden nach der Ernte noch einmal nachsortiert und nicht nur unreife, sondern auch überreife Kirschen heraussortiert. Ziel ist es, dass weniger Kirschen zu Floatern werden, die wiederum als Quaker enden würden, also als Bohnen, die beim Rösten keine Farbe annehmen. (Nicht braun werden, weil der Zuckeranteil zum Karamellisieren fehlt – richtig: Kaffee hat eine natürliche Süße!) Überreife werden deshalb heraussortiert, damit die Bohnen einen möglichst gleichmäßigen Anteil an Mineralien haben und sich noch gleichmäßiger Rösten, damit die Süße der Kaffees und die Balance, also das Zusammenspiel aus Säure und Bitterkeit noch besser werden.

Oromia Union – Kooperative Strukturen

Die Nano-Chala Aufbereitungsstation hat sich der Oromia-Union angeschlossen, einer Vereinigung von Farmern, die sich zum Ziel gesetzt hat die einzelnen Farmer zu stärken und deren Interessen zu stärken. Deren Vorsitzender ist Tadesse Meskela, der auch aus dem Film Black Gold von 2006 bekannt ist. 2014 hatte Matthias das Privileg, ihn in Addis Abeba zu treffen und mit ihm eine Auswahl von deren Kaffees probieren.

Die Vorteile, sich in einer Union zu organisieren, sind vielfältig. Zum Einen verfügt die Station über eine hochmoderne Dry Mill. Das ist eine Anlage, in der mehrere Maschinen stehen, die (1.) das Pergamenthäutchen, das die Bohnen umschließt, entfernt wird, und (2.) die Kaffees in verschiedenen Stufen sortiert und damit die Qualität verbessert.

Unions dürfen Kaffees direkt verkaufen

Ein weiterer entscheidender Vorteil der Unions neben der aktuell modernen Dry Mill, ist die Tatsache, dass über die Unions der Kaffee direkt an Importeure verkauft werden darf. Äthiopien geht in dieser Hinsicht einen etwas eigenen Weg, denn es hat vor einigen Jahren den ECX eingerichtet (Ethiopian Coffee Exchange), eine Auktionsplattform über die alle Kaffees gehandelt werden. Dies soll gewährleisten, dass die Farmer die Preise kennen, die für Ihre Kaffees erzielt werden und dadurch ihre Macht stärken. Ein Nachteil dieses Systems ist allerdings, dass das System anonymisiert ist, was es schwierig macht, den Farmer zurückzuverfolgen. Das System ist also transparent, aber nicht rückverfolgbar.

Das ECX-System ist schlecht, oder?

Aufgrund der fehlenden Rückverfolgbarkeit, könnte man jetzt schnell zu dem Schluss kommen, dass das ECX-System nicht optimal ist. Tatsächlich habe ich dieses Vorurteil schon öfter gelesen, aber seit ich es selbst gesehen und mit Leuten vor Ort besprochen habe, wäre ich da etwas vorsichtig mit der Beurteilung, denn ich denke, dass es wirkungsvoll verhindert, dass die Farmer nicht den Preis bekommen, der ihnen für ihre Arbeit zustehen würde, wie es früher wohl regelmäßig passiert ist. Für den Spezialitätenkaffeemarkt, der die höchsten Preise bezahlt, gibt es auch mit ECX einen Weg, von privaten Aufbereitungsstationen Kaffees rückverfolgbar zu bekommen.

Liz mit Nano Chala 3. beim deutschen Brewers Cup

Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir einen solchen Kaffee haben. Urpsrünglich haben wir ihn auf Wunsch von Liz gekauft, die damit beim deutschen Brewers Cup 2016 angetreten ist und sensationell 3. geworden ist!!

Fakten:

  • Aufbereitungsstation: Nano Chala
  • Anbauland: Äthiopien
  • Region: Djimma
  • Zone: Agaro
  • Varietäten: locale indigene und 1274
  • Anbauhöhe: 2000m
  • Anzahl der Farmer: ca. 400

Kaffee für die lateinamerikanische Woche 2016

 Wir haben einen neuen Kaffee, den wir im Rahmen und zur Unterstützung für die lateinamerikanische Woche anbieten.

Die siebte lateinamerikanische Woche

lateinamerikanische WocheBereits zum siebten mal veranstaltet die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) am Campus Westend. Sie wird von Ivan organisiert, der auf uns zu kam und fragte, ob und wie wir die Lateinamerikanischen Woche im Oktober unterstützen können. Gastland sei Kuba. Wir haben kurz überlegt und sind dann auf die Idee gekommen, einen Kaffee aus Kuba zu rösten, vorrausgesetzt wir finden einen. Und wir fanden den Serrano. Pro verkauften 250g spenden wir € 1,50 an das Projekt.

Kaffee in Kuba

lateinamerikanische WocheDie erste Kaffeeplantage in Kuba entstand 1748. Der großflächige Anbau begann jedoch erst im Jahre 1789 durch tausende französischer Kaffeefarmer, die vor dem bewaffneten Sklavenaufstand aus Haiti nach Kuba fliehen mussten. Diese Kaffeebauern haben ihr weitreichendes Wissen über den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee ins Land eingebracht.

lateinamerikanische WocheDie französischen Kaffeefarmer siedelten ihre Farmen in Sierra Maestra an. Hier waren die klimatischen Bedingungen und die Bodenzusammensetzung ideal für den Kaffeeanbau und erlaubten ihm eine intensive Entwicklung.

Tassenprofil

lateinamerikanische WocheDer Serrano wächst im Vergleich zu anderen karibischen Kaffees
relativ langsam und bekommt so ein relativ (!) sauberes Tassenprofil. Er wächst nicht ultimativ hoch, weshalb er sich eher über seine Körperhaftigkeit und seine ausgewogene Säure definiert. Die Aromen sind schokoladig, nussig und etwas würzig. Er ist nicht der typische Kaffee, wie wir ihn suchen mit seinen floralen und fruchtigen Noten und dem hohen Maß an Reinheit, aber er ergibt einen klassischeren kräftigen und würzigen Kaffee.

  • Anbauland: Kuba
  • Region: Sierra Meastra
  • Varietät: Typica
  • Anbauhöhe: ca. 1500m
  • Blütezeit: Dezember – Mai
  • Erntezeit: Juli – Februar
  • Rahmen: lateinamerikanische Woche

Cascara – Peralta-Familie, Nicaragua

CascaraWir haben neues Cascara!

Nachdem unser bolivianisches aus ist, haben wir ein neues aus Honduras und zwar von der Peralta Familie aus Nicaragua.

Cascara im Wandel vom Abfallprodukt zum Terroir

Cascara ist im Grunde getrocknete Kaffeekirschen. Seit einigen Jahre ist es bei uns erhältich und gewinnt immer mehr an Bedeutung als Tee aber auch schon in Limonaden etc. Es ist ursprünglich ein Abfallprodukt aus der Kaffeeproduktion und waren bis vor kurzem ausschließlich als lokales Produkt vorgesehen. In den letzten Jahren hat es aber den Weg zu uns gefunden und mit besseren Rohkaffees hat sich auch das Cascara verbessert und es gibt wesentlich tahr Auswahl.

Cascara Santa Maria de Lourdes NicaraguaDie Peralta-Familie ist seit vielen Generationen ab dem beginnenden 20. Jh. Kaffeeproduzenten, aber erst seit 2008 konzentriert sie sich auf eine Herangehensweise für eine besser Qualität in den Bereichen Anbau und Aufbereitung von Spezialitätenkaffees und die Entwicklung von neuen Wegen zur Vermarktung von deren Kaffees. Zusätzlich stellen sie anderen kleinen und mittleren Farmen und Kooperativen in verschiedenen Regionen Nicaraguas Finanzierung, Milling, Qualitätskontrolle, Export und Beratungsleistungen zu Verfügung.

Cascara Santa Maria de Lourdes Nicaragua - dryerSanta Maria de Lourdes, woher das Cascara kommt, liegt in der San Fernando Gemeinde, ca. eine halbe Stunde von Ocotal entfernt. Die Farm liegt auf 1350-1550 Metern Höhe innerhalb eines schönen Bergwaldes, in dem viele Varitäten von einheimischen Bäumen und anderer Flors und Fauna gedeihen, was durch die Hohe Menge an Niederschlägen bedingt wird.

Octavio Peralta besitzt diese Farm seit den 1970er Jahren., obwohl es als Kriegsgebiet während des Sandinista-Aufstands galt. Er stelle 1994 die Kaffeeproduktion wieder her, während die Erhaltung des natürlichen Lebensraums als der wichtigste Faktor bei der Produktion seiner fantastischen Kaffes gilt. Das Klima bei Santa Maria de Lourdes ist sehr humid, was nach sich zieht dass die Kaffeesträucher etwas weitläufiger gepflanzt werden, um zu gewährleisten, dass alles gut belüftet ist.

Cascara Santa Maria de Lourdes Nicaragua - Erhöhte BettenDiese perfekten Wachstumsbedingungen in der Region, gepaart mit der inhärenten Leidenschaft und Hingabe der Peraltas, tragen dazu bei deren Vision von einer nachhaltigen Zukunft der Nicaraguanischen Kaffeebranche zu verwirklichen: die Produktion und der Vertrieb von individuellen Mikro-Lots.

Julio Peralta: „Das Rückgrat unseres Schaffens ist, dass die Qualität oberste Priorität hat.“

Peralta Coffees betreibt zwei Aufbereitungsstationen: Don OCtavio und San Ignacio. San Ignacio wird ausschließlich für die Aufbereitung von Micro Lots und zertifizierte Rain Forest Alliance-Kaffees der Familienfarmen benutzt. Hier werden die Micro-Lots entweder in einem 1000m2 Treibhaus oder größere Lots auf afrikanischen Betten draußen getrocknet. Dies ist auch der Ort für der Aufbereitung des natural Catuai für unser Cascara.

  • Finca: Santa Maria de Lourdes
  • Eigentümer: Peralta-Familie
  • Stadt/Region: San Fernande, Dipilto, Nueva Degovia
  • Varietäten: Catuai, Caturra, Java
  • Anbauhöhe: 1350-1550m
  • Prozess: gewaschen, honey processed, natural
  • Verpackung: Grain Pro und Jute-Säcke
  • Ernteperiode: Januar bis April

 

Amkeni 2016 – Tansania

IMG_0602Es ist soweit. Der Amkeni 2016 ist bei uns angekommen!

Erster Direktimport – das zweite Jahr

Seit dem letzten Jahr beziehen wir mit dem Kaffee der Amkeni Coffee Group unseren ersten Direktimport im größeren Stil. Wir sind froh und erleichtert, dass wir das Projekt auch in diesem Jahr stemmen konnten.  „Amkeni 2016 – Tansania“ weiterlesen

Neuer Kaffee: Mulish – Äthiopien natural

IMG_2264Der Sasaba bekommt einen Nachfolger und zwar den Mulish. Zusammen mit dem neuen Knots sind sie unsere neues äthiopisches Duo.

Wie der Sasaba, so ist auch er ein Äthiopischer „natural“.

Die Aufbereitungsstation Mulish liegt in der Oromia-Region in der Guji-Zone Äthiopiens. Die nächstgelegene größere Stadt ist Shakiso und der Sub-Distrikt heißt Danbi/Uddo.
Die Station liegt auf ca. 1800-1950 Metern und wurde 2014 eingerichtet und es
werden dort IMG_2267Kaffeekirschen von ca. 850 lokalen Farmern aufgekauft, die durchschnittlich 2-5 Hektar bewirtschaften. Die Topographie ist hügelig und die Böden sind sehr fruchtbar. Die Ernteperiode ist von November bis Januar.

Nach der Ernte werIMG_2294den noch einmal unreife Kirschen aussortiert. Die ungewaschenen Kaffees werden ca. 15-18 Tage auf erhöhten Betten getrocknet.

Die Aromen sind eher etwas heller bei diesem Natural. Die typischen Blaubeernoten sind da, aber dazu gesellen sich Aromen von Passionsfrucht.

Steckbrief Mulish

    • Anbauland: Äthiopien
    • Region: Oromia, Guji
    • Farmer: ca. 850 Kleinbauern
    • Varietäten: gemischte einheimische (Heirloom)
    • Anbauhöhe: 1800m
    • Aufbereitungsmethode: natural / ungewaschen
    • Aromen: Passionsfrucht, rote Beeren

IMG_2314 IMG_2315

Saisonaler Espresso MK2 2016

Die Saisonalität schlägt zu und wir ändern die Komponenten unseres Saisonalen Espresso.

Unser neuer Kaffee aus Brasilien ist von der Fazenda da Lagoa. Er ist dieses Mal ein natural und damit noch süßer, weniger fruchtig, dafür noch mehr in die schokoladige Richtung gehend. Damit es nicht zu sehr Überhand nimmt mit der Schokoladigkeit, machen wir das erste Mal systematisch einen Blend, und zwar mit unserem La Florida aus Peru, der dem ganzen eine leicht fruchtige, rosinige Note gibt, ohne gleich zu ausgefallen zu werden.

Neuer Kaffee: La Florida – Peru – Caturra, Typica, Bourbon – gewaschen

Wir haben einen neuen Kaffee, und zwar den von der CAC La Florida in Peru.

Im Jahre 1966 kam eine Gruppe von 50 Kleinbauern aus der Chanchamayo Region in Peru zusammen und gründete die Cooperativa Agraria Cafetalera La Florida (CAC La Florida), um lokale Zwischenhändler zu umgehen. Deren Bemühungen brachten dringend benötigte Bildung, Infrastruktur, Aufmerksamkeit und die Wiederherstellung der Umwelt in dieser angelegene Ecke des peruanischen Dschungels.

Seit ihrer Gründung wuchst die Organisation auf 1200 Mitglieder an. Dies begünstigt die Betonung der sozioökonomischen Entwicklung von deren Mitgliedern und des Umweltschutzes. Die Bildungsprogramme umfassen das Training von Mitgliedern, Workshops zur Kaffeeproduktion und Management-Seminare für die Jugend der Gemeinschaft. Dies schließt den Zugang zu Bibliotheken, Schulgärten und Uniformen ein. Die CAC La Florida glaubt, die Kinder seien die Zukunft der Kooperative und dass sie deshalb starke Führungskräfte ausbilden müssen, die in der Lage sind, Management Aufgaben zu übernehmen. 2010 begann CAC La Florida soziale Leistungsindikatoren zu entwickeln, anhand derer deren bestehenden Programme evaluiert und neue speziell auf den Bedarf der Mitglieder zugeschnittene entwickelt werden. Das Engagement CAC La Floridas für den Umweltschutz führte dazu, dass die Farmer darin geschult werden, wie man die Böden vor Erosion schützt, man dessen Feuchtigkeit erhält und seine Fruchtbarkeit wiederherstellt. Die Mitglieder glauben, dass dies für das Ökosystem notwendig sei, da es viele verschiedenen Spezies von Insekten, Vögeln und Tieren beheimatet.

Das Familienentwicklungskommittee der CAC La Florida konzentriert sich auf die Stärkung der Partizipation Frauen an den Produktionsaktivitäten. Darin wird ein wichtiger Schritt gesehen, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit in Familien zu erreichen.

CAC La Florida bietet finanzielle Hilfen für Mitglieder und deren Familien im Falle schwerwiegender Unfälle oder Gebrechen. Die Kooperative steht außerdem bei grundlegenden medizinischen Ausgaben zur Seite.

Für uns ist der Kaffee der Nachfolger der beiden Kaffees von Las Nubitas aus El Salvador, die ausgelaufen sind. Er hat dadurch, dass er nicht auf >1800m wächst, eine ausgewogene Säure. Durch die gewaschene Aufbereitung ist er dabei sehr sauber und klar. In der Tasse manifestiert sich das in einer hohen Süße mit vielen Karmellnoten und einem hohen Body. Die Säure erinnert an Rosinen. Der Kaffee ist nicht nur wunderbar als Filter ohne Aromen, die befremdlich sein könnten, sondern auch als „speziellerer“ Espresso, der nicht zu extrem ist.

  • Region: Selva Central
  • Anbauhöhe: ca. 1500m
  • Varietäten: Caturra, Typica, Bourbon
  • Ernteperioden: März bis September
  • Aufbereitungsmethoden: gewaschen, natural
  • Flavour Notes: viel Body, clean, süß, ausgewogene Säure

Neuer Kaffee: Sasaba – Äthiopien NATURAL – Return of the blueberries!

EthiopiaSasaba2Der neue natural aus Äthiopien ist da!

Er ist von der Sasaba-Kooperative aus Äthiopien und er beerbt den Schilcho!
Unser Importeur arbeitet mit Sasaba seit 2012 zusammen und erzählt über deren
Besuch an der Washing Station, dass das Standard-Vehikel dort (Land Cruiser) nicht durchkam, und sie auf Kamaz-Sowjet-Lastwägen mit 6-Rad-Antrieb umsteigen mussten.

Dies ist deshalb ein gutes Zeichen, weil in Anbauländern das ungeschriebene Gesetz gilt: je schlechter die Straßen, desto besser der Kaffee. Wenn man davon ausgeht, haben wir es als mit einem extrem guten Kaffee zu tun.

Die Station verfügt über ca. 350-400 Trocknungsbetten (was relativ viel ist). Die Naturals, also die trocken aufbereiteten Kaffees, liegen dort für ca. 15-20 Tage.Wir haben lange nach einem passenden neuen Natural gesucht. Am Ende sind Marcel und Matthias nach Göteborg geflogen, wo die World Coffee Events dieses Jahr stattfanden und wo auch alle Importeure Stände hatten. Dort wurden dann mindestens 15 äthiopische ungewaschene Kaffees probiert, von denen es der Sasaba geworden ist.
Er hatte mit am meisten beerige und fruchtige Noten, war zwar nicht der cleanste, aber das ist bei dieser Art Kaffee nicht wirklich so wichtig (im Gegensatz zu gewaschenen Kaffees). Trotzdem hat der Kaffee kaum Quaker, muss also wirklich sehr gut nachsortiert worden sein.

  • Anbauland: Äthiopien
  • Region: Oromia, Guji-Zone
  • Varietäten: gemischte einheimische (Heirloom)
  • Anbauhöhe: 1800m
  • Aufbereitungsmethode: natural / ungewaschen
  • Aromen: Blaubeere, Hopfen