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Wie wirkt sich die aktuelle weltpolitische Situation auf den Kaffeesektor aus?

Viele von Euch werden schon bemerkt haben, dass die aktuelle weltpolitische Situation spürbare Auswirkungen auf die Preisentwicklung in fast allen Bereichen unseres täglichen Lebens haben. Auch Kaffee ist davon betroffen. Auf diese Entwicklung müssen wir als Unternehmen reagieren, um langfristig gesund zu bleiben. Dabei wollen wir euch aber mitnehmen, und wollen im folgenden einen Überblick über drei Hauptgründe dieser Entwicklungen liefern - zu den Auswirkungen des globalen Klimawandel, der Coronapandemie und des Krieg in der Ukraine auf die Kaffeeindustrie.

Klimawandel

Dass der Klimawandel eine Bedrohung für Agrarprodukte darstellt, ist grundsätzlich intuitiv verständlich. Wie gravierend genau er sich auswirken kann, ist hingegen nicht immer direkt vorstellbar. Hier nur ein kurzer Seitenblick auf die langfristigen Folgen, die der Klimawandel für Kaffee haben kann: eine Modellstudie unter Federführung der Royal Gardens in London hat die Auswirkungen diverser Klimamodelle auf den Kaffeeanbau in Äthiopien berechnet und die Ergebnisse sind ernüchternd. In den meisten Szenarien rechnen die Beteiligten Wissenschaftler mit einer Reduktion der Ernteerträge um ca. 65% für das Jahr 2080, in einigen pessimistisch gerechneten kann es im gleichen Zeitraum zu einem Verlust von nahezu 100% kommen. Mit dieser Kenntnis wird deutlich, wie wichtig ein genauer Blick auf das eigene Verhalten ist.
Doch die Folgen des globalen Klimawandel werden nicht erst in einigen Jahrzehnten spürbar: in Form von extremen Wetterereignissen bereiten sie schon jetzt große Probleme für die Kaffeeindustrie. So ist es im Winter 2020/21 zu einem ungewöhnlich harten Frost in der brasilianischen Kaffeeanbauregion Minas Gerais gekommen, der einen signifikanten Teil der Ernte beschädigte. Aufgrund des Lebenszyklus der Kaffeepflanze werden die Folgen dieses Ereignisses noch einige Jahre spürbar bleiben werden. Jetzt mag man sich fragen, wie bedeutend dieses Ereignis war, und zur Verdeutlichung dient vielleicht folgende Argumentation: Minas Gervais ist vom Volumen aus betrachtet die bedeutendste Anbauregion in Brasilien, dem größten kaffeeproduzierenden Land der Erde. Auf Minas Gerais entfallen rund 70% des brasilianischen Erntevolumens an Arabica - und noch beeindruckender: ca. 40% vom weltweiten Volumen. Eine signifikante Erntereduktion in Minas Gerais führt folglich zu einer Reduktion an Rohkaffee, der weltweit spürbar ist, und sich somit, den Logiken von Angebot und Nachfrage folgend, spürbar auf die Arabica-Preise niederschlägt.
Doch auch andere Ereignisse können gravierende Auswirkungen haben. So hat eine Verschiebung der Regenzeit in Vietnam bis in die - dort recht kurze - Erntezeit beispielsweise dazu geführt, dass processing wizard Marian Takač in Vietnam große Probleme hatte, seine Kaffees in Ruhe zur ernten. Sintflutartige Regenfälle haben den Zugang zu den Feldern schlicht erschwert oder unmöglich gemacht. Die Folge? Anstatt zehn Tonnen Kaffee, die zu produzieren geplant waren, konnte Marian nur etwas über zwei Tonnen verarbeiten. So musste auch er seine Preise für Rohkaffee anheben, um die Ausfälle etwas abzufedern. Wer seine Geschichte detaillierter nachlesen will, soll einmal hier klicken!
Die langfristigen Folgen des Klimawandels sind und als abstrakte Idee schon länger bewusst und bedrohlich. Doch es kommen auch zunehmend kurzfristige Herausforderungen auf uns zu, und am Ende wirken sich all diese Begebenheiten auf den Preis aus.

Coronapandemie

Neben dem globalen Klimawandel ist aber natürlich auch die COVID19-Pandemie ein Phänomen, das sich bedrohlich auf die Kaffeeindustrie legt. Man kann es vereinfacht sagen: überall dort, wo Menschen zusammen arbeiten müssen, ist Corona eine ständige Gefahr. Kaffeeernte wird in vielen Teilen der Welt von Kaffeepflücker*innen vorgenommen, aber auch die Aufbereitungsstationen sind personalintensive Unternehmen. Und natürlich waren auch die Häfen spürbar von Corona betroffen - und die Kombination dieser Aspekte summiert sich zu Verzögerungen und teilweise auch Verlusten auf. Dazu kommen politische Entscheidungen, die sich zum Wohle der Sicherheit ungünstig auf die Lieferkette auswirken. Manche Häfen wurden stark abgeriegelt, in anderen Ländern kam es zu immensen einschränken aufgrund von Schutzregularien. Wenn wir einmal beim Beispiel von Marian Takač bleiben wollen: Vietnam hat mit sehr strikten Lockdown-Regularien gearbeitet, das Haus verlassen war nur in absoluten Notfällen zulässig - an Erntetätigkeiten war nicht zu denken. Abgesichert wurde dieser Lockdown vom Militär, das die Ausgangssperre überwacht hat.
Und schlussendlich dürfen wir nicht vergessen, dass auch hier bei uns die schmerzliche Erinnerung an den Lockdown der Gastronomie noch wach ist. Wir haben, wie viele andere geschätzte Kollegen auch, die Auswirkungen des Wegfalls der Innengastronomie sehr schmerzlich wahrnehmen müssen. Und auch all das wirkt sich auf die Preise aus, die ein Unternehmen in der Kaffeebranche derzeit fast durch die Bank weg erhöhen muss.

Krieg in der Ukraine

Schließlich wirkt sich auch der Krieg in der Ukraine weltweit auf die Kaffeeproduktion aus. Ganz direkt spüren wir recht deutlich die verlängerten Lieferzeiten von und ans Ausland. Dass der Luftraum über Russland und der Ukraine derzeit gesperrt ist, verlangsamt internationale Lieferungen erheblich, was sich additiv ungünstig auf die vielbeschworene globale Lieferkettenkrise auswirkt und Verzögerung bedeuten im logistischen Bereich nunmal immer eines: dass Kosten entstehen, die irgendwohin abgegeben werden; oft trifft das uns, etwa in Form von signifikant höheren Logistikkosten.
Noch unmittelbarer sind die Auswirkungen auf unsere Energiepreise. Wir rösten unseren Kaffee branchenüblich mit Gas. Es betrifft aber ebenso die Kaffeeproduzent*innen, die in ihrer Arbeit oftmals von Benzin abhängig sind - auch sie leiden enorm unter den gestiegenen Energiepreisen.

Die gute Nachricht

Wir verstehen uns als Teil der Third wave of Coffee, die sich ein Bewusstsein für Probleme dieser Art zueigen macht. Deshalb zahlen wir für unseren Kaffee ein vielfaches dessen, was Großröster bezahlen. Diesen Preis zahlen wir einerseits natürlich für die höhere geschmackliche Qualität, andererseits weil wir damit eine Lieferkette bedienen, die sich der entstehenden Problematiken durchaus bewusst ist und in der Kapital generiert und eingesetzt wird, um diesen Strömungen nach Möglichkeit entgegen zu wirken. Zur Untermauerung haben wir uns dem Mission Statement

„Pushing towards a fair, friendly and sustainable hospitality and food industry.“

Verschrieben. Für uns bedeutet das, dass wir erstens nur Rohkaffee einkaufen, der - unabhängig von Siegeln - wirklich fair und nachhaltig produziert wurde, zweitens auch dafür Sorge tragen, dass wir unseren Angestellten möglichst fair begegnen, und drittens auch, dass wir auch Euch nur Preise weitergeben, die für alle Seiten tragbar sind. Und wenn ihr einmal Fragen dazu habt, dann scheut euch nicht uns zu schreiben! Wir können (fast) alle unserer Kaffees bis auf Farmlevel zurückverfolgen und beantworten alle Fragen so detailliert wie möglich!



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