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Kolumbien ist ein Synonym für hochwertigen Kaffee, doch das war nicht immer so und vor allem nicht für alle Regionen des Landes gleichermaßen. In diesem Blogbeitrag geht es um das Kaffeeland Kolumbien, die Region Cauca und wie es Kaffeeproduzent*innen schaffen in der Zusammenarbeit mit engagierten Partner*innen ihre Kaffeequalität und die Preise, die sie für ihren Kaffeebeitrag erhalten, zu erhöhen. Wie immer das Tolle am Specialty Coffee: Du kannst das Ergebnis in Deiner Tasse schmecken - unser neuer Kaffee aus Kolumbien heißt Belen Inza und ist der praktische Part zu diesem Beitrag. Am besten gleichzeitig konsumieren! 

First things first - Kolumbien und der Kaffeenanbau

Die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Kaffeeanbaus ist immens für Kolumbien. Kaffee und dessen Anbau ist Grundlage des Lebensunterhalts von ca. 3 Millionen Menschen und die Arbeit dieser Menschen hat einen Anteil von 10-15% Prozent am Bruttoinlandsprodukt des Landes. Unter der Berücksichtigung der typischen Anbaustruktur in Kolumbien ist dies umso bemerkenswerter. Nach Brasilien ist Kolumbien der zweitgrößte Kaffeeproduzent Mittel- und Südamerikas (der drittgrößte weltweit). Doch im Gegensatz zu der oft industriell anmutenden Kaffeeinfrastruktur in Brasilien werden ca. 60% des gesamten Kaffees in Kolumbien durch Farmer*innen mit einer Fläche von weniger als einem Hektar produziert. 

Zugleich ist Kolumbien ein Land mit einer sehr bewegten (nahen) Vergangenheit - lange Zeit wurde das Land von einem Bürgerkrieg, dem Konflikt zwischen den FARC Rebellen und der Regierung, geplagt. Durch diesen Konflikt gab es Regionen in Kolumbien, die sich zwar bestens für den Anbau von Specialty Coffee eignen würden, in denen es die politischen Umständen allerdings nicht erlaubten. Ein Beispiel dafür ist die Region Cauca im Südwesten Kolumbiens, die jahrelang von der FARC dominiert wurde und damit den Zugang für Exporteure und Entwicklungsorganisationen versperrten. Erst seit dem schrittweisen Rückzug der FARC wurde die Region freier zugänglich und konnte so langsam zu den anderen Regionen des Landes aufschließen, die wie Antioquia, Huila oder Tolima schon länger bekannt waren für ihren hervorragenden kolumbianischen Kaffee.

Die Entwicklungen des Kaffeeanbaus in der Region Cauca

In Cauca ist es seitdem nicht nur friedlicher, die aktuellen Bedingungen bilden auch die Grundlage dafür, die Kaffeequalität in der Region erhöhen und über den Kaffeeanbau auch einen wirtschaftlichen Aufschwung erzielen zu können. Maßgeblich für eine solche Entwicklung sind Wissen und Zugang zu Exporteuren, daher ist die Rolle von Akteuren, die Kaffee Farmer*innen beides bieten können entscheidend. 

Ein Beispiel für einen solchen Akteur ist das Exportunternehmen Pergamino, das systematisch versucht Wissen und Kaffeequalität in Cauca und weiteren Regionen Kolumbiens zu erhöhen.

Ein wichtiger Pfeiler dieser Arbeit sind Cupping-Labs. So komisch es klingt, aber viele Farmer*innen haben ihren Kaffee nie (systematisch) probiert. Oft wird die gesamte Ernte an einen Mittelsmann verkauft, ohne zu wissen, welche Qualität die Ernte hat. In den Cupping Labs von Pergamino können Farmer*innen die Ernte aus verschiedenen Teilen ihrer Farm probieren, darüber feststellen welches Potential in der Ernte steckt und so systematisch in den Ausbau der Qualität investieren. Selten wird die gesamte Ernte Specialty-Qualität (über 80 Punkten) erzielen, aber das ist auch nicht das Ziel. Es geht darum, die Lots zu identifizieren bzw. die Ernte nach diesen Lots zu separieren, um damit höhere wirtschaftliche Erträge zu erzielen. Das Preispremium, das Pergamino mit seinen Importpartnern für hochwertige Lots bezahlt liegt zwischen 30-300% über dem Marktpreis. 

Das Ergebnis in der Tasse - Belen Inza aus Cauca

Am Beispiel von unserem aktuellen Kaffee aus Kolumbien, Belen Inza wird deutlich wie das funktioniert. Gemeinsam mit dem Importeur Mercanta unterstützt Pergamino die Farmer*innen mit Know-How und technischer Infrastruktur. Um die Qualität der Kaffees zu erfassen, finden während der Ernte Besuche auf den Farmen statt und vielversprechende Lots werden im Cupping Lab von Pergamino zusammengetragen, wo diese bewertet und sortiert werden. Kaffees mit einer Qualität ab 84-85 Punkten werden als regionales Lot der Farmer verkauft, Kaffees mit einer noch höheren Qualität werden als Micro Lots unter dem Namen der jeweiligen Farmer*innen vertrieben und erzielen nochmal weitaus höhere Preise. Diese Separieren ermöglicht das Erzielen deutlich höherer Preise als der unsortierte Verkauf der gesamten Ernte.

Das Ergebnis schmecken wir in der Tasse - ein unglaublich klarer und süßer Kaffee mit einer angenehm leichten Säure und tollen Apfel- und Kirschnoten - Belen Inza aus Kolumbien. Vielen Dank an Mercanta und Pergamino für diesen tollen Kaffee und viele der Infos, die wir für diesen Text verwenden durften.

Mehr über den Kaffeeanbau in Kolumbien und in den verschiedenen Regionen findest Du auf der Website von Mercanta. (https://www.coffeehunter.com/coffee-country/colombia/)



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