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Januar 19, 2026 3 min lesen.
Im Süden Guatemalas, in der Region Jumaytepeque (Departamento Santa Rosa), liegt nahe dem kleinen Ort Cañalitosdie Farm Las Flores. Hier entsteht ein Kaffee, der nicht auf Effekte setzt, sondern auf Sorgfalt: ruhig in der Säure, klar in der Struktur und mit einer Süße, die nicht laut wirkt, sondern getragen. Bewirtschaftet wird Las Flores von Jaime Sanchez Casillas gemeinsam mit seinem Vater Fernando Sanchez – ein Familienbetrieb, dessen Qualität Ergebnis jahrzehntelanger, schrittweiser Entwicklung ist.
Sensorisch zeigt sich Las Flores je nach Zubereitung sehr unterschiedlich, aber immer ausgewogen:
Im Filter erinnert das Profil an Aprikose, Milchschokolade und Pekannuss – weich, gelbfruchtig und rund. Als Espresso tritt die Frucht fokussierter hervor: Mandarine trifft auf Toffee und verleiht dem Kaffee Länge und Struktur.
Die Parzellen von Las Flores liegen auf rund 1.885 m ü. NN – eine Höhe, die in Guatemala oft für langsames Reifensorgt: klare Nächte, moderate Temperaturen und ein ausgeglichener Wasserhaushalt unterstützen eine ruhige Säurestruktur und saubere Aromatik. Dazu kommen mineralisch geprägte Böden, die dem Kaffee Klarheit geben, ohne ihn spitz wirken zu lassen. Das Ergebnis ist ein Terroir, das Frische ermöglicht – aber ohne Härte.
Wie viele guatemaltekische Familienbetriebe war Las Flores über lange Zeit ein Subsistenzbetrieb: Mais, Bohnen – und ein wenig Kaffee. Erst in den 1990er-Jahren wurde Kaffee zur zentralen Einkommensquelle. Der entscheidende Wendepunkt kam im Jahr 2000, als Jaime Sanchez, ausgebildeter Agraringenieur, auf die Farm zurückkehrte. Von da an rückten Bodenpflege, Wasserschonung und Beschattung ins Zentrum der Arbeit.
Statt auf hohen Input setzte die Familie zunehmend auf ökologische Stabilität: Der Einsatz von Pestiziden wurde reduziert, und Schattenpflanzen wie Banane, Avocado und Macadamia wurden integriert. Heute ist Las Flores ein kleinräumiger Agroforst, der Ertrag, Qualität und Widerstandsfähigkeit miteinander verbindet – nicht als Marketingidee, sondern als landwirtschaftliche Praxis.
Dieses Lot wird als Honey aufbereitet – eine Methode, die Kontrolle verlangt. Nach der selektiven Ernte werden die Kirschen entpulpt, wobei ein definierter Anteil der Mucilage (Fruchtschleimschicht) an der Bohne verbleibt. Anders als bei gewaschenen Kaffees wird diese Schicht nicht vollständig entfernt, sondern während der Trocknung gezielt abgebaut.
Die Bohnen trocknen 18 bis 20 Tage auf Hochbeeten. Temperatur, Luftzirkulation und Schichtdicke werden dabei sorgfältig gesteuert – denn genau hier entscheidet sich, ob die entstehende Süße sauber eingebunden ist oder kippt. Bei Las Flores entsteht dadurch eine Süße, die nicht überreif wirkt, sondern warm, rund und strukturiert: Die Höhe bewahrt die Frische, die Mucilage bringt Tiefe.
Der Begriff „Honey“ beschreibt keine Süßung und auch keine „Extra-Fermentation“, sondern eine spezifische Art der Aufbereitung: Nach dem Entpulpen bleibt Mucilage an der Bohne und wird während der Trocknung kontrolliert abgebaut. Je nach Anteil spricht man oft von White / Yellow / Red / Black Honey. Gemeinsam ist allen Varianten:
hohe Anforderungen an Trocknung & Kontrolle
erhöhte Gefahr von Fehlaromen bei unsauberer Arbeit
ein Profil, das Süße, Textur und Struktur miteinander verbindet
Bemerkenswert ist auch der Schritt in die Vermarktung: Über viele Jahre verkaufte die Familie Sanchez ihre Kirschen lokal – verlässlich, aber ohne Rückmeldung und ohne Sichtbarkeit. Erst positives Feedback aus lokalen Cuppings und der Aufbau eigener Aufbereitung bestärkten Jaime darin, den nächsten Schritt zu gehen. Der erste Export dieses Lots erfolgt nun über Semilla.
Für Familienbetriebe ist das ein bedeutender Moment: Qualität, die über Jahre entwickelt wurde, bekommt erstmals eine Bühne jenseits der eigenen Region – ohne dass die Arbeitsweise „umgebaut“ werden muss. Importeur*innen wie Semilla übernehmen hier nicht nur Logistik, sondern auch Übersetzungsarbeit zwischen lokaler Praxis und internationalen Anforderungen: Feedback, Transparenz und Kontinuität werden Teil der Beziehung.
Las Flores steht exemplarisch für einen Stil guatemaltekischen Kaffees, der nicht auf Lautstärke setzt, sondern auf Sorgfalt. Die Höhenlage bringt Frische, der Honey Process Tiefe, die Landwirtschaft Struktur. Im Ergebnis entsteht ein Kaffee, der präzise und zugleich zugänglich ist – einer, der sich ohne Eile trinken lässt und genau darin überzeugt.
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