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August 18, 2023 3 min lesen.

El Salvador blickt auf eine bewegte Geschichte im Kaffeeanbau zurück. Eingeführt im ausgehenden 18. Jahrhundert von christlichen Missionaren, wurde Kaffee seit den späten 1840er Jahren zunehmend kommerziell angebaut. Nach Erlangung der Unabhängigkeit von der spanischen Krone im Jahr 1821 und einer transformativen Phase mit verschiedenen Anspruchserhebungen und Bündnissen konsolidierte sich E Salvador um 1840 herum zu einem Staat, dessen Geschicke vor allem durch ein oligarchisches Netz von einigen wenigen wohlhabenden Familien gelenkt wurden. Bis in die Mitte der 1850er Jahre war Indigo der wichtigste Exportfaktor der salvadorianischen Exportwirtschaft, bis  der Farbstoff erst langsam, aber im Laufe der folgenden drei Jahrzehnte von Kaffee als Hauptexportmittel abgelöst wurde. Das lag einerseits am weltweit zunehmenden Einsatz chemischer Farbmittel, andererseits an der deutlich günstigeren Preisentwicklung von Kaffee für Exportwirtschaft. Während sich der Preis für Kaffee in den Jahren 1855 bis 1896 mehr als verdoppelte, stieg jener für Indigo nur leicht an - nur um sich gegen Ende des Jahrhunderts wieder auf dem Niveau von 1855 einzupendeln. Folgerichtig konzentrierte sich die Oligarchie El Salvadors zunehmend auf Kaffee als Hauptexportgut. 

 

Diesen Status sollte Kaffee bis ins späte 20. Jahrhundert hinein beibehalten. Wirtschaftlicher Höhepunkt war das Jahr 1980, bei dem der Salvadorianische Kaffeexport ein Volumen von 615 Mio USD erreicht hat. Dieser Höhepunkt fiel jedoch auf den Beginn einer Zeit politischer Instabilität, in der vor allem der von 1979-1992 wütende Bürgerkrieg, aber auch Naturkatastrophen verheerende Folgen für die Exportwirtschaft hatten. Die direkten Auswirkungen des Krieges, aber auch ein daraus resultierender Rückgang an Investitionen in die Infrastruktur führten zu einem rapiden Einbruch der Kaffeeexporte und -produktion, der den gesamten Sektor auch nach Ende des Bürgerkrieges nachhaltig veränderte. Um die Jahrtausendwende fiel das Exportvolumen, das zeitweise weit über 50% ausgemacht hatte, auf einen Stand von 3,5% und nach jünsten Erhebungen ist El Salvador, obwohl es nach Costa Rica das zweite Land Zentralamerikas war, in dem kommerziell Kaffee angebaut wurde, nach Exportvolumen gerechnet der zweitkleinste Kaffeeexporteur der Region.

 

Doch wie so oft gilt: Masse ≠ Klasse. Der Spezialitätenanbau, also Kaffees, die auf der SCA Skala 80 oder mehr Punkte erreichen, erzielt Jahr für Jahr hervorragende Scores. Im Durchschnitt schneiden El Salvadorianische Kaffees am zweithöchsten in Zentralamerika ab, nur übertroffen von Kaffees aus Panama - das sich im Hinblick auf Kaffeeproduktion aber vor allem auf dem absoluten High End Bereich profiliert. El Salvador profitiert dabei nicht nur von jahrhundertelanger Erfahrung, sondern auch von spezifischen Mikroklimata und gar topografischen Bedingungen. Inzwischen findet fast die komplette Kaffeeproduktion in El Salvador unter schattigen Bedingungen statt, in Verbindung mit der mineralreichen Vulkanerde der Hauptanbaugebiete und Höhen von 1200-1800m sind das annähernd ideale Bedingungen für den Anbau von sensiblen Arabica-Pflanzen. Und auch gezielte Kreuzungen haben in El Salvador ihren Ursprung - ein Zeugnis dessen, dass die Kaffeeproduzent*innen des Landes nicht nur Erfahrung haben, sondern auch botanisch kenntnisreich und adaptiv agieren. Die verbreitetste Kreuzung ist die Varietät Pacamara. In ihr wurde die Anpassungsfähigkeit von Pacas mit der Größe von Maragogipe-Varietäten verbunden, und die sensorischen Fähigkeiten verbinden sich zu einer charakteristischen Tasse, die sowohl Süße als auch Fruchtigkeit aufweist, und üblicherweise ein cremiges Mundgefühl mit sich bringt. Neben Pacamaras werden in El Salvador hauptsächlich Bourbon-Varietäten angebaut, die ihrerseits dann vor allem mit schokoladigen Noten glänzen. 

 

Wir bei Hoppenworth & Ploch haben eine lange Tradition mit salvadorianischen Kaffees. Jahrelang hatten wir mit dem Las Tinieblas einen Kaffee aus El Salvador als Stammgast in unserem Line-Up, der sich sowohl im Team als auch bei Euch größter Beliebtheit erfreute. Inzwischen haben wir mit dem La Esperanza einen würdigen Nachfolger. Dabei kommt uns zugute, dass wir mit Christine Huemer und ihrer Kaffeeimportfirma Fincas Finest eine außerordentlich kompetente Partnerin an unserer Seite wissen, die sich auf Kaffeeexporte aus El Salvador spezialisiert hat. Sie teilt die gleichen Ansprüche hinsichtlich Qualität, Fairness und Hintergrund, sodass wir uns gerne auf sie und ihre Kompetenzen verlassen, wenn wir Kaffees aus El Salvador einkaufen. 



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